Memories

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Montag, 21. April 2008

Danke Mama

Ich habe schon immer gern gelesen und das weiß meine Mutter. Neben Fantasy-, ScienceFiction und Krimiromanen haben es mir ganz besonders historische Romane angetan. Und meine Frau Mama hat wieder ein bisschen dafür gesorgt, dass mir der Lesestoff nicht ausgeht.

Auch wenn die drei Allende-Romane "Das Geisterhaus", "Fortunas Tochter" und "Porträt in Sepia" im 19. Jahrhundert spielen, so schildern sie doch recht anschaulich die Geschichte Chiles zu dieser Zeit, schneiden dabei die Zeit des Goldrauschs in Kalifornien an und auch einen Teil der chinesischen Geschichte. Sehr fesselnd und spannend geschrieben, wenn es auch nervt, dass es sich bei den Hauptprotagonisten um starke Frauen handelt und ich Frauengeschichten eigentlich überhaupt nicht abkann.

Am Samstag hab ich dann "Das Geheimnis der Hebamme" begonnen und mittlerweile bin ich fast durch. Meine Mutter schwärmte von diesem Roman samt seinem Nachfolger, behandelt dieser doch die Entstehung Freibergs in Sachsen, in dessen Nähe ich geboren und aufgewachsen bin Die Handlung beginnt um 1167 und ich bin fasziniert, wie damals alles geregelt war, wie der Bergbau entstanden ist usw. Dass die Hauptfigur Marthe eigentlich mehr eine Heilerin mit seherischen Fähigkeiten ist , statt lediglich eine Hebamme tut der Geschichte jedoch keinen Abbruch. Auch der kitschige Plot um den edlen Ritter Christian macht die Geschichte nicht minder lesenswert. Ich hatte - gerade am Anfang des Buches - das Gefühl, dass Sabine Ebert sich ihres Schreibstils noch nicht so sicher ist, aber im Laufe der über 600 Seiten wird der Stil feiner, weniger abgehackt und flüssiger, was mir als Leser natürlich gut tut. Und da ich das Buch ja wie gesagt nach knapp eineinhalb Tagen fast durch habe, spricht das für die Autorin.

Bereits bei den drei oben genannten Allende-Romanen war ich dankbar dafür, in der heutigen Zeit in Deutschland zu leben, denn als Frau war das Leben in den vergangenen Jahrhunderten nicht wirklich lebenswert. Seien es nun die chinesischen Frauen, deren Füße aus purem Schönheitsideal gebrochen und eingebunden wurden, damit die sogenannten Lilienfüße entstehen (ein Brauch, der übrigens erst im 20. Jahrhundert abgeschafft wurde) oder seien es die Frauen des 12. Jahrhunderts in Europa, die weniger wert waren als eine Kuh und ledliglich für Haushalt, Kindergebären und "Sexobjekt" der Männer gut waren. Ein Zitat aus Sabine Eberts Buch hat mich etwas geschafft, nämlich die Aussage, dass selbst eine vergewaltigte Frau in der Kirche keine Zuflucht fand, weil laut Bibel alle Frauen verderbt seien und es ihre Schuld war.

Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte.

Ein weiterer Punkt, der mich an dem Buch fasziniert: Das Kräuterwissen. Hier werde ich mich wohl auch weiterhin schlau machen, denn es ist einfach nur gigantisch, welche Heilungsmöglichkeiten die Natur bietet. Warum ist dieses ganze Wissen nur über die Jahrhunderte verloren gegangen?

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